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 Gegendarstellung
Herr Seifahrt

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Absender:   Harald Saure                                                                                     17.04.2015
Empfänger:   Fraktionen des Stadtparlaments Korbach
Betreff: Abstimmung der Stadtverordnetenversammlung zu den geplanten Windvorrangflächen der 2. Offenlegung in der Korbacher Gemarkung

Sehr geehrte Damen und Herren,
voraussichtlich am 12. Mai 2015 wird das Stadtparlament Korbach einen Beschluss zu den geplanten Windvorrangflächen in der Korbacher Gemarkung fassen. Im Vorfeld dieser Abstimmung wird sich in Ihrer wie auch in den anderen Fraktionen des Stadtparlaments der Willensbildungsprozess zu diesem Thema vollziehen.
Wir vom Vorstand der Korbacher Bürgerinitiative gegen die geplanten Windräder in den Korbacher Naherholungsgebieten würden uns sehr freuen, wenn Sie uns die Meinung Ihrer Fraktion zu diesem Thema mitteilen. Durch eine Veröffentlichung Ihrer Antwort auf unserer Homepage www.bi-korbach.de würden somit Ihre Argumente und Standpunkte einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht.
Insbesondere interessiert uns, wie auch sehr viele Bürger in Korbach und unseren Ortsteilen, ob Sie den nachfolgend genannten Punkten zustimmen:

1. Ein vernünftiges Gesamtkonzept zur Energiewende fehlt.
Energiewende kann nur gelingen, wenn wir uns zurück besinnen auf die eigentlichen Ziele: Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit. Auch die Bereiche Wärmeenergie und Verkehr müssen berücksichtigt werden. Die Steigerung der Energieeffizienz und der Energieeinsparung sollten stärker in den Focus gestellt werden.

2. Wald ist nicht nur eine Sache der Bäume, sondern eine Sache der Menschen. „Ein Ausflug in den Wald stärkt die Gesundheit, Bewegung, frische Luft, Ruhe und eine natürliche Umgebung sind das, was uns hilft, dem stressigen und von Hektik geprägten Alltag von jetzt auf gleich zu entfliehen."
Die Erholungsfunktion Wald wird zu Lasten des Menschen aufgegeben.

3. Korbacher Naherholungsgebiete werden zu Industrieparks mit bis zu 200 m hohen Windrädern.

4. Der Naturschutz bleibt auf der Strecke (Rotmilan, Schwarzstorch, Fledermäuse).

5. Infraschall, der von diesen riesigen Anlagen ausgeht, bedroht unsere Gesundheit  
(Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Ohrgeräusche usw. In Dänemark werden deshalb bis zur Veröffentlichung einer von der Regierung in Auftrag gegebenen neuen Studie im Jahr 2017 über die Auswirkungen von Infraschall nur noch wenige neue Anlagen genehmigt.)

6. Häuser und Grundstücke in der Nähe der geplanten Anlagen erfahren eine deutliche Wertminderung. Die Lebensqualität sinkt.

7. Die sommerlichen Grillabende auf der Terrasse werden akustisch und bei direktem Sichtkontakt mit rotem Blinklicht optisch „aufgewertet“.

8. Touristen, die hier Ruhe und intakte Natur suchen, werden abgeschreckt und bleiben aus.

9. Alternative Energiegewinnung ist unsinnig, wenn sie genau das zerstört, was man eigentlich durch sie bewahren will: Die Natur.

Für Ihre Antwort bedanken wir uns im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Saure
Sprecher der BI-Korbach